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Zigarrenkultur

Der Ursprung des Tabaks und die Reisen der Zigarre

Die Geschichte der Zigarre hängt eng mit der Geschichte des Tabaks zusammen. Zwar kann man bezüglich der geografischen bzw. zeitlichen Herkunft leider keine sichere Aussage treffen, allerdings ist erwiesen, dass in Südamerika Tabak schon seit mehreren tausend Jahren in verschiedenen Formen geraucht wird. Lange Zeit war Rauchen ein spirituelles Ritual, um zu den Göttern Kontakt aufzunehmen. Später war Tabak dann für immer mehr Personen verfügbar und wurde auch außerhalb religiöser Zeremonien verwendet.

Heute geht man davon aus, dass 1492 Christoph Columbus bei der Entdeckung Amerikas als Erster in Kontakt mit dem Tabak kam. Die damaligen Ureinwohner gaben dem Tabak den Namen "Cohiba". Circa drei Jahrhunderte später wurden die ersten Tabaksamen durch Seeleute nach Europa gebracht. Während in Nordamerika bereits erste Plantagen angelegt wurden und der Tabak schon in die typische Zigarrenform gerollt wurde, verwendete man den Tabak in Europa noch lange Zeit als reine Heilpflanze.

Wie die Zigarre nach Deutschland kam

Nach Napoleons Feldzügen in Spanien brachten seine Soldaten die Zigarren mit ins Heimatland, von wo aus sie auch in anliegende Länder exportiert wurden, wie z.B. Deutschland. Schon damals verband man mit einer Zigarre etwas Exotisches, eine Art Exklusivität und Luxus, was sie eindeutig von den alltäglichen Zigaretten abhob. Dieses Image wurde von den vertreibenden Marken bewusst verstärkt, als die ersten Fernseher in die Haushalte Einzug hielten und die Tabak-Lobby über Schleichwerbung in Filmen ihre Zigarren als Genussmittel und Statussymbol darstellten. Nach kurzer Zeit waren Zigarren wortwörtlich in aller Munde. Es dauerte nicht lange, bis Zigarren auch zu niedrigen Preisen zu haben waren. Das führte dazu, dass nicht mehr nur die reiche Oberschicht  in den Genuss des edlen Tabaks kam.

Obwohl es die Zigarre mittlerweile in vielen verschiedenen Preisklassen gibt, hat sie es geschafft ihr luxuriöses Image zu behalten. Das liegt insbesondere an dem einzigartigen Herstellungsprozess, der noch wahres Handwerk braucht, im Gegensatz zu der massenhaften, maschinellen Herstellung von Zigaretten. 

Die Herstellung von Zigarren

Eine Zigarre kann zwei verschiedene Formen annehmen: Shortfiller oder Longfiller. Da bei einer Shortfillerzigarre geschnittene bzw. gerissene Tabakblätter in ein Umblatt eingerollt werden, kann diese von Hand, wie auch maschinell hergestellt werden.

Longfillerzigarren hingegen bestehen aus ganzen Blättern und müssen mit viel Fingerspitzengefühl behutsam gerollt werden. Dafür braucht es viel Geschick und ein Gefühl für die Beschaffenheit der einzelnen Blätter, was die maschinelle Herstellung schlichtweg unmöglich macht.

Im Gegensatz zu handelsüblichen Zigaretten, entstehen Zigarren daher zum Großteil aus wahrer Handarbeit, wie auch unsere La Bavaria-Serie. Das macht die Zigarren zu wahren Unikaten.

Der Weg von der Plantage bis zur fertigen Zigarre ist lang. Nach dem Aussäen braucht es knapp zwei bis drei Monate, bis die Blätter für die Einlage der Zigarre "geerntet" werden können. Das ummantelnde Deckblatt braucht nochmals knapp einen Monat oder auch mehr. Nach dem Pflücken werden die Blätter getrocknet, bevor sie anschließend fermentiert werden. Dieser Prozess kann sich mehrere Male wiederholen, sodass die Fertigstellung einer Zigarre insgesamt bis zu mehreren Jahren dauern kann.

Entscheidend für das schlussendliche Aroma einer Zigarre ist vor allem das Vermischen von verschiedenen Jahrgängen und Blättern mit verschiedenen Aromen. Die sogenannten "Torcedores" (Zigarrenroller/-innen) rollen dann von Hand den Tabak in die Deckblätter ein. Um ein qualitativ hochwertiges Endergebnis zu erhalten, braucht es viele Jahre Erfahrung und viel Geduld. Wie die Zigarre eingerollt wurde, beeinflusst maßgeblich das spätere Rauchvergnügen, beispielsweise beim  Abbrennverhalten und der Rauchdauer. Im Anschluss werden die Zigarren noch eine Zeit lang im Trockenen gelagert, bis sie letztendlich in den Verkauf gehen können.